Category Archive:Uncategorized

Bobsled wird in der Werkstatt mit HVLP-Lackierpistole rot-weiß lackiert

Wer einen frisch lackierten Bobsled aus der Nähe sieht, denkt zuerst an die Nationalfarben und das Sponsorenlogo. In Wahrheit ist die Lackierung aber kein reines Marketing-Thema. Eine glatte, perfekt aufgetragene Oberfläche reduziert den Luftwiderstand spürbar und damit am Ende der Strecke die Laufzeit. Wer sich für die handwerkliche Seite davon interessiert, findet eine gute Übersicht zu Spritzpistolen, weil dort die typischen HVLP- und LVLP-Klassen mit ihren Mengen-, Druck- und Strahlbreiten gegenübergestellt werden.

Bobsled wird in der Werkstatt mit HVLP-Lackierpistole rot-weiß lackiert

Warum die Oberfläche im Bobsport tatsächlich zählt

Ein moderner Zweier-Bob erreicht auf den schnelleren Bahnen über 130 Stundenkilometer Spitze. Bei diesen Geschwindigkeiten ist die Aerodynamik kein abstrakter Faktor mehr. Bereits eine Rauheitsdifferenz im Mikrometerbereich an der Verkleidung sorgt messbar für andere Strömungsabrissmuster über dem Heck. Studien aus den Materialprüfanstalten zeigen, dass eine schlecht aufgetragene Lackschicht im Vergleich zu einer professionell finishen Oberfläche bis zu zwei Hundertstelsekunden auf einer Bahnlänge von 1500 Metern bedeutet. Klingt wenig, ist aber im Spitzensport oft der Unterschied zwischen Bronze und Platz fünf.

(mehr …)
Athlet beim Anschub-Sommertraining am Push-Track mit Trainer-Stoppuhr im Hintergrund

Wer den Bob-Sport nur aus der Fernsehübertragung im Februar kennt, denkt vielleicht, dass Athleten den Rest des Jahres pausieren. In Wirklichkeit ist die wettkampffreie Zeit zwischen Mai und Oktober die anstrengendste Phase. Hier wird die Grundlage für die Dezember- und Januar-Rennen gelegt, technisch wie körperlich. Wir schauen einmal durch die typische Saisonvorbereitung eines deutschen Zweier- oder Viererteams.

Athlet beim Anschub-Sommertraining am Push-Track mit Trainer-Stoppuhr im Hintergrund

Mai bis Juli: körperliche Grundlage

Die ersten Monate nach dem Saisonende sind reine Krafttraining-Phase. Bobathleten brauchen explosive Beine, einen extrem starken Rumpf und einen Oberkörper, der den Schlitten überhaupt erst in Bewegung bringen kann. Typisch sind Trainingspläne mit drei bis vier Krafteinheiten pro Woche, dazu Sprints auf der Tartanbahn und ergänzendes Mobility-Training. Die Pulsschnitte liegen niedriger als in Ausdauersportarten, dafür sind die Belastungsspitzen extrem hoch. Bei einem Spitzenathleten messen die Sportwissenschaftler beim Anschub Beschleunigungen, die kurzzeitig an die eines Sprinters auf den ersten fünfzig Metern herankommen.

(mehr …)